Was macht ein Gemeinderat? Warum engagieren sich Menschen freiwillig für ihre Gemeinde? Und wie wird man Teil dieses wichtigen Gremiums? Ein Überblick.
Der Gemeinderat ist in der Schweiz je nach Kanton und Gemeinde entweder das ausführende Organ (Exekutive) oder das gesetzgeberische Organ (Legislative) einer Gemeinde. Im Kanton Zürich – und damit auch in Dübendorf – bezeichnet der Gemeinderat das Parlament der Stadt, also die Legislative.
Die Mitglieder des Gemeinderats sind Milizpolitikerinnen und Milizpolitiker. Das bedeutet: Sie üben ihr politisches Amt neben ihrem regulären Beruf aus. Dieses sogenannte Milizsystem ist ein Grundpfeiler der Schweizer Demokratie und sorgt dafür, dass die Kommunalpolitik bürgernah und praxisorientiert bleibt.
«Das Milizsystem garantiert, dass die Kommunalpolitik bürgernah und pragmatisch bleibt. Es ist ein tragender Pfeiler der Schweizer Politik.»
— Schweizerischer Gemeindeverband
Rund 81 Prozent aller Gemeinderäte in der Schweiz sind ehrenamtlich tätig. Nur in grösseren Städten wie Zürich oder Bern arbeiten die Exekutivmitglieder vollamtlich. In den meisten Gemeinden ist das Engagement eine Mischung aus Überzeugung, Pflichtbewusstsein und dem Wunsch, die eigene Umgebung aktiv mitzugestalten.
Dübendorf ist mit rund 32'469 Einwohnerinnen und Einwohnern die viertgrösste Gemeinde im Kanton Zürich. Die Stadt liegt im Bezirk Uster und gehört zur Metropolregion Zürich. Als wachsende Stadt mit urbanem Charakter hat Dübendorf ein Gemeindeparlament – den Gemeinderat – als Legislative.
Der Gemeinderat Dübendorf besteht aus 40 Mitgliedern und tagt in der Regel einmal pro Monat. Die Mitglieder nehmen Einsitz in verschiedenen Kommissionen, die sich mit spezifischen Themen wie Finanzen, Bau, Bildung oder Soziales befassen. Die Exekutive – der Stadtrat – besteht aus 7 Mitgliedern unter der Leitung des Stadtpräsidenten.
Die Legislaturperiode beträgt vier Jahre. Die letzten Gesamterneuerungswahlen fanden am 12. April 2026 statt. Die Wahl erfolgt nach dem Proporzsystem, was bedeutet, dass die Sitze proportional zur Stimmenstärke der Parteien verteilt werden.
Das Parlament der Stadt. 40 gewählte Mitglieder, die Gesetze erlassen, das Budget festlegen und die Exekutive kontrollieren. Vergleichbar mit dem Kantonsrat auf kantonaler Ebene.
Die Regierung der Stadt. 7 Mitglieder unter Leitung des Stadtpräsidenten, die Beschlüsse umsetzen und die Verwaltung führen. Vergleichbar mit dem Regierungsrat auf kantonaler Ebene.
Gemeinderatsarbeit ist Milizarbeit – also im Wesentlichen Freiwilligenarbeit neben dem Beruf. Die Entschädigung ist bescheiden, der Zeitaufwand beträchtlich. Warum tun sich Menschen das an? Die Gründe sind so vielfältig wie die Menschen selbst.
Viele Gemeinderäte sind schlicht interessierte Menschen, die ihre Zeit zum Wohle der Lebensqualität in ihrer Gemeinde einsetzen. Sie wollen dort mitgestalten, wo sie leben – bei Schulhäusern, Sportplätzen, Umweltpolitik oder Verkehrsplanung.
Besonders für Unternehmerinnen und Unternehmer kann ein Gemeinderatsmandat wertvoll sein. Man lernt Menschen aus verschiedensten Bereichen kennen und baut ein breites lokales Netzwerk auf. Die Vernetzung geht weit über die Politik hinaus.
Der Gemeinderat kann ein Sprungbrett für eine weiterführende politische Karriere sein. Viele Kantonsräte und Nationalräte haben ihre Laufbahn auf kommunaler Ebene begonnen. Man lernt das politische Handwerk von Grund auf.
Verhandlungsführung, Budgetplanung, öffentliches Auftreten – die Arbeit im Gemeinderat ist eine Art kostenlose Weiterbildung. Arbeitgeber profitieren ebenfalls von den erweiterten Kompetenzen ihrer Mitarbeitenden.
Als Gemeinderatsmitglied sitzt man am Steuer der Gemeinde. Man entscheidet mit, in welche Richtung sich die Stadt entwickelt – von der Steuer- und Finanzpolitik bis hin zur Jugend- und Alterspolitik.
Das Milizsystem lebt davon, dass sich Bürgerinnen und Bürger freiwillig engagieren. Ohne dieses Engagement würde ein zentraler Pfeiler der Schweizer Demokratie wegbrechen. Jeder Beitrag zählt.
«Wenn alles gut läuft, klopft einem niemand auf die Schulter. Ein öffentliches Amt sollte mehr gesellschaftliche Anerkennung bekommen.
— Prof. Pirmin Bundi, Universität Lausanne
Der Weg in den Gemeinderat ist weniger kompliziert, als viele denken. Es braucht keine spezielle Ausbildung – aber Engagement, Interesse und die Bereitschaft, Zeit zu investieren.
Du musst in der Gemeinde stimmberechtigt sein – also Schweizer Bürgerin oder Bürger, mindestens 18 Jahre alt und in Dübendorf wohnhaft. Eine spezielle Ausbildung ist nicht erforderlich.
Du kannst über eine Partei kandidieren oder parteilos antreten. Eine Parteizugehörigkeit erleichtert den Einstieg, da Parteien Unterstützung bei Wahlkampf und Vernetzung bieten.
Für die Gesamterneuerungswahlen (alle 4 Jahre) oder Ersatzwahlen reichst du deine Kandidatur ein. In Dübendorf gilt das Proporzsystem – die Sitze werden proportional verteilt.
Nach der Wahl nimmst du deinen Sitz ein, wirst in Kommissionen eingeteilt und beginnst deine Arbeit als Milizpolitikerin oder Milizpolitiker. Der Gemeinderat tagt monatlich.
Die Entschädigung für Gemeinderatsmitglieder variiert je nach Gemeinde. In Dübendorf erhalten die Mitglieder eine Entschädigung, die den Milizcharakter des Amtes widerspiegelt. Es ist keine Vollzeitbeschäftigung, sondern ein Engagement neben dem Beruf.
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